Die Krux mit dem Kreuz: Warum GTSM Magglingen die „Lex On“ ignoriert...
Die jüngste Kehrtwende bei der Auslegung der Swissness-Regeln sorgt in der Schweizer Wirtschaft für reichlich Wirbel. Unter dem Begriff „Lex On“ hat das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE) seine Praxis angepasst. Die Kurzversion: Wer im Ausland produziert, aber in der Schweiz "forscht, entwickel oder designt", darf künftig das Schweizerkreuz auf seine Produkte drucken – solange es zwischen den Begriffen „Swiss“ und „Engineering“ platziert wird.
Während Grosskonzerne mit Staatshaftungsklagen drohen, um sich das rot-weisse Prestigesignet für in Asien gefertigte Massenware zu sichern, stellt sich für die GTSM Magglingen AG eine ganz andere, grundlegende Frage: Was ist die Marke Schweiz eigentlich wert?
Die Haltung von GTSM Magglingen AG, Handelsfirma für exklusive, europäische Top-Markenprodukte und Produzentin von eigenem Parkmobiliar mit primär inländischer aber auch ausländischer Fertigung, ist pragmatisch und transparent, betriebswirtschaftlich ehrlich und zieht eine unmissverständliche Linie.
Die ehrliche Rechnung: Reine Herstellkosten statt Marketing-Tricks
Das Swissness-Gesetz verlangt im Kern, dass ein bestimmter Prozentsatz der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen muss, damit ein Produkt als „schweizerisch“ deklariert werden darf.
Die GTSM Magglingen AG hätte es sich spielend leicht machen können. Mit der neuen Praxis des IGE oder durch das kreative Einrechnen von internen Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E), üppigen Marketingmargen oder Lizenzgebühren hätten diverse Produkte, die mit einem Anteil an im Ausland gefertigten Komponenten bisher knapp unter der streng interpretierten Grenze lagen, problemlos mit dem Schweizerkreuz geschmückt werden können. Rein rechtlich wäre das wasserdicht gewesen.
GTSM verzichtet bewusst darauf.
Die Firma lebt ihre Werte (Transparenz und Ehrlichkeit)* und verlässt sich ausschliesslich auf die harten, unverfälschten Fakten aus der internen Kostenrechnung:
- Ja zu den real anfallenden, internen und externen Herstellkosten.
- Nein zu künstlich aufgeblasenen Margen, F&E-Schlaufen oder Design-Boni, die nur dazu dienen, ein Label zu erzwingen.
Wenn ein Produkt diese klassische Hürde der reinen Produktionkosten (60%) nicht schafft, wird es von GTSM nicht als Schweizer Produkt deklariert. Punkt. Wer das Schweizerkreuz aufdruckt, muss nach Ansicht des Unternehmens den realen Werkplatz Schweiz im Rücken haben – und nicht nur ein schickes Büro auf Schweizer Boden.
Dabei geht es nicht um Gutmenschentum. GTSM Magglingen ist dem wirtschaftlichen Erfolg verpflichtet. Als Firma mit einem grossen Anteil an ausländischen Handelsartikeln kennt und schätzt GTSM die Kreativität und Wertarbeit von Produkten ausländischer Partner. Und es kann nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden, dass zukünftig ein grösserer Anteil an Komponenten oder einzelne Produkte im Ausland gefertigt werden. Aber es geht um Transparenz. Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit.
Realität auf dem Werkplatz: Pragmatismus schlägt falsche Romantik
Dass die physische Produktion in der Schweiz an Grenzen stösst, ist eine Realität, der GTSM Magglingen nüchtern ins Auge blickt. Das hat oft nicht einmal mit den viel zitierten hohen Schweizer Löhnen zu tun, sondern mit strukturellen Veränderungen im Land.
Ein konkretes Beispiel aus dem Segment Parkmobiliar: Für schwere Sitzbank-Betonsockel besitzt GTSM die eigenen Gussformen, auch das Fertigungs-Know-how ist vorhanden. Lange Zeit wurden diese Sockel im aargauischen Mittelland von einem Zementwerk gegossen, bis der Produzent die Fertigung «aus strategischen Gründen» einstellte.
GTSM suchte intensiv nach Ersatz im Inland. Das ernüchternde Ergebnis: Völlig unabhängig vom angebotenen Preis fand sich kein Schweizer Hersteller, der überhaupt grundsätzliches Interesse an der Übernahme dieser Produktion hatte.
Die Konsequenz war unternehmerischer Pragmatismus: GTSM verlagerte die Produktion der Sockel in den grenznahen süddeutschen Raum. Nicht um Kosten zu drücken, sondern weil der Schweizer Markt diese industrielle Dienstleistung schlicht nicht mehr anbot.
Unser Fazit: Rückgrat tut manchmal weh
Die „Lex On“ droht das Schweizerkreuz zu einer reinen Marketing-Trophäe verkommen zu lassen. Man holt sich den Segen in Bern, produziert billig in Übersee und feiert sich für das hiesige "Engineering".
GTSM Magglingen geht den entgegengesetzten Weg. Es wird zu den realen Herstellkosten gestanden. Wo nicht mehrheitlich drinsteckt, was man simpel unter Schweizer Arbeit und Material versteht, kommt kein Kreuz drauf – selbst wenn es die Behörden durch rechtliche Kniffe mittlerweile erlauben würden.
Am Ende entscheidet nicht das IGE über die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens, sondern das Unternehmen. Ob sich diese Gradlinigkeit auszahlt und ob die Kundschaft – gerade jene Kreise, die sich gerne als Patrioten und Wirtschaftsfreunde inszenieren – ihren Worten Taten folgen lässt und ihr Geld schlussendlich dort investiert, wo echte Wertschöpfung stattfindet... on verra!
Hier gehts zu den wirklich schweizerischen Produkten von GTSM Magglingen AG.
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