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Ex-Obdachloser: Basler Bänkli sind «definitiv unbequem»

Ex-Obdachloser: Basler Bänkli sind «definitiv unbequem»

Ein Online-Bericht auf baseletzt befasst sich mit der Eignung der Bänke der Basel Stadt, der Fokus liegt auf miramondo's La Strada Sitzbank, eine der häufigsten Parkbänke in Basel. Titel "Ex-Obdachloser: Basler Bänkli sind «definitiv unbequem»"

Untertitel: Defensive Architektur

Rubrik: Basel-Stadt

publizierte baseljetzt* am 30.05.2024 online einen Beitrag von Alex Kälin.

Im Artikel-Lead steht: 

"Wer in Basel nichts hat, hat nicht mal eine Bank, um darauf zu schlafen. Dieser Eindruck entsteht bei einem Rundgang, bei welchem wir Basels Bänke unter die Lupe nehmen. Doch wie viel Absicht steckt dahinter?"

"Unter die Lupe genommen" wird anschliessend eine der Standard-Bänke der Stadt Basel, die von GTSM Magglingen AG vertriebene und in Basel (und zum Beispiel auch in Wien sowie schweiz- und europaweit in vielen anderen Städten und Gemeinden) häufig im Einsatz stehende und beliebte Sitzbank Miramondo La Strada, die von der Stadt Basel in Eigenregie aber nach dem Vorbild des Originals von miramondo public design belattet wird.

Sitzbank / Parkbank miramondo La Strada von GTSM Magglingen AG vertrieben

Sitzbank La Strada von miramondo, geliefert von GTSM Magglingen AG

Haupt-Kritikpunkte im Beitrag der als Ex-Obachloser Heiko Schmitz vorgestellten Person an der La Strada:

  • die nach hinten abgeschrägte Sitzfläche
  • die Lücke in der Rückenlehne.

GTSM Magglingen AG nimmt keine wertende Stellung zu dem Thema oder zum Beitrag. Der Hersteller der genannten Bank La Strada, miramondo,

  • lebt seine deklarierte Werte sichtbar (www.miramondo.com/about/values.html),
  • hat ein hohes Kostenbewusstsein
  • und einen hohen Fokus auf Oekologie im Hinblick auf schonender Umgang mit Ressourcen
  • sowie auf ein modernes, gefälliges, funktionales und schnörkelloses Design...
  • und bietet im übrigen auch Liegen/Chaiselongues an in den Linien Hop Hop und Otto

chaiselongue - sitzliege / sonnenliege miramondo Hop Hop bei GTSM Magglingen AG Liegemöbel / Sitzmöbel für den öffentlichen Raum Miramondo Otto by GTSM Magglingen AG
Liegen / Sitzliegen Hop Hop Sitzmöbel / Liegemöbel "Otto"

Ein GTSM-Blog aus dem Jahre 2020 mit dem Titel "Bänke gegen Obdachlose: Defensive / Feindliche Architektur" verweist darauf, dass GTSM sich bereits vor einiger Zeit mit dem Thema "feindliche / defensive Architektur" im Bereich Parkmobiliar ohne Wertung beschäftigt hat

GTSM unterteilt die Produkte des umfangreichen #Parkmobiliar - Sortiments innerhalb der Produktekategorie BÄNKE, SITZGELEGENHEITEN, TISCHE aktuell unter anderem in

Liegeinsel / Sitzinsel GTSM Quadro Tanne zum Liegen, Sitzen oder einfach zum Chillen, alleine oder in der Grupppe

Beispiel: Liegeinsel / Sitzinsel GTSM Quadro Tanne von GTSM Magglingen AG

Während die vergleichbare Miramondo Modell-Linie Hop Hop als Beispiel, um auf die erwähnten Kritikpunkte einzugehen, über eine horizontale Sitzfläche verfügt und bei der Rückenlehne eine offene Variante R2 mit 2 Latten und eine geschlossene Variante R4 mit 4 Latten unterscheidet, ist es offensichtlich, dass auch diese Sitzbank, wie die meisten Sitzbänke/Parkbänke sowohl von GTSM wie grundsätzlich auf dem Markt nur schon aufgrund der harten, unisolierten Belattung bzw. Sitz-/Liegefläche ziemlich unbequem zum Liegen sein dürfte...

Miramondo Hop Hop Bänke mit Rückenlehne, Variante R2 mit offener Rückenlehre, Variante R4 mit geschlossener Rückenlehne

miramondo Hop Hop Bänke mit Rückenlehne, Variante R2 mit offener, Variante R4 mit geschlossener Rückenlehne

Der ganze Beitrag inklusive Video findet sich unter: www.baseljetzt.ch/ex-obdachloser-basler-baenkli-sind-definitiv-unbequem/227879 und der Text ist hier wiedergegeben:

«Schlafen ist hier nur sehr schwer möglich», sagt Heiko Schmitz, als er auf einer Bank am Theodorsgraben sitzt. Und er redet aus eigener Erfahrung, Heiko Schmitz war selbst über drei Jahre in Basel obdachlos. «Ich bin in der Anfangszeit immer von Park zu Park gezogen. Dann habe ich einen Schlafplatz auf einem Firmengelände gefunden, wo ich bleiben konnte», so Schmitz. Heute hat sich Heiko Schmitz wieder gefangen – er hat wieder eine Wohnung und einen Job.

Für das Strassenmagazin Surprise macht er Stadtführungen aus der Sicht von Obdachlosen und macht unter anderem auf «defensive Architektur» aufmerksam. Mit dem Ausdruck «defensive Architektur» bezeichnet man Orte, die absichtlich so gestaltet werden, dass sie von gewissen Bevölkerungsgruppen nicht genutzt werden.

Für Schmitz ist die Bank, auf der er gerade sitzt, ein gutes Beispiel für defensive Architektur. Zwei Design-Details würden nämlich verhindern, dass Obdachlose darauf übernachten: Die nach hinten abgeschrägte Sitzfläche, kombiniert mit einer Lücke in der Rückenlehne. «Es ist so viel Zwischenraum, dass man hinten herausfallen kann», so Schmitz. 

«Eine abweisende Bank»

Michel Steiner von der Gassenarbeit «Schwarzer Peter» sagt, dass die unbequemen Bänke ein weltweites Phänomen seien. «Wenn man das klassische Modell im öffentlichen Raum in Basel sieht, ist das momentan eigentlich eine abweisende Bank», so der Gassenarbeiter.

Das klassische Modell heisst offiziell «Miramondo la strada». Vor über 20 Jahren hat sie die sogenannte Lausannerbank im Mobiliarkatalog des Bau- und Verkehrsdepartements Basel-Stadt (BVD) als Standardbank abgelöst. Die Rückenlehne der Vorgängerin war aber noch durchgehend. Die Ausschreibungsunterlagen von damals sind laut Daniel Hofer, Sprecher des Bau- und Verkehrsdepartements (BVD), nicht mehr auffindbar. Doch Hofer versichert, dass der Liegekomfort damals nicht berücksichtigt wurde – weder im positiven, noch im negativen Sinne. «Zuschlagskriterien dürften unter anderem Sitzkomfort, Beständigkeit gegen Witterung sowie Vandalismus und der Preis gewesen sein», so Hofer. Surprise-Guide Schmitz macht das stutzig: «Ich finde es dann schon komisch, dass die Ausschreibungsunterlagen nicht mehr vorhanden sind». Schmitz ist überzeugt, dass man sich bewusst für Bänke entschieden hat, die sich nicht zum Liegen eignen. Von einer derartigen Mutwilligkeit geht Michel Steiner vom «Schwarzen Peter» nicht aus. «Ich sage jetzt mal im Goodwill: Das wurde wahrscheinlich einfach nicht zu Ende gedacht.» 

Keine Änderung in Sicht

Die Standardbank macht zusammen mit der «Historischen Baslerbank» laut BVD 2’000 der Bänke in Basel aus. Doch warum ändert man die Standardbank nicht, wenn man weiss, dass sie abweisend für Obdachlose ist? «Aktuell gibt es keine Vorgabe für uns, Bänke fürs Liegen zu optimieren», sagt Hofer vom Bau- und Verkehrsdepartement. 

Doch es ist nicht die einzige Bank, die Randständigen in Basel Rückenschmerzen bereitet.

*baseljetzt ist ein Produkt der Stiftung BaselMedia, zu der auch Telebasel gehört

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