Im beschaulichen Kurort Schömberg im Nordschwarzwald entbrennt seit Herbst 2024 eine hitzige Debatte um und auf den sogenannten „Wald‑Sitzbänken“.
Rund 60 der ca. 400 Bankplätze sollen demontiert werden – vor allem aus Angst vor herabfallenden Ästen und möglichen Haftungsfällen. Grundsätzlich gilt das Betreten des Waldes als „auf eigene Gefahr“, doch die ruhespendenden Bänke – Teil der Erholungsinfrastruktur – schaffen laut Gesetz neue Verkehrssicherungspflichten. Fällt ein Ast auf jemanden, der im eigenen Schritt unterwegs ist, ist das eine „waldtypische“ Gefahr. Passiert dasselbe allerdings beim Sitzen auf einer Parkbank, spricht man juristisch von einer „atypischen Gefahr“ – und plötzlich haftet der Waldbesitzer.
Die Folge: Kommunale Haushalte ächzen unter den hohen Kontrollen. Schömbergs Bürgermeister Leyn schätzt jährlich etwa 500 € pro Sitzbank, regulär kontrolliert – ein sechsstelliges Minus für die Kasse. Der Landesseniorenrat spricht gar von „grobem Unfug“ – für viele ältere Menschen seien die Ruhebänke essenziell beim Wandern.
Touristen und Einheimische zeigen sich betroffen: „Jeder hat seine Lieblingsbank“ – sagt der Touristikchef. Der geplante Abbau ist für viele emotional und symbolisch schmerzhaft. Zugleich verschärft der Klimawandel das Problem: mehr trocke Räume, abgestorbene Baumreste und damit mehr potentielle Gefahren.

Sitzbänke wie diese am Titisee laden zum Verweilen ein, fördern die Erholung in der Natur und tragen dadurch wesentlich zur Attraktivität des Tourismus bei. Foto: picture alliance / CHROMORANGE
Gesucht wird nach Lösungen: Gesetzesänderung, Bankversetzungen oder Haftungsregelungen. Schömberg hofft auf Klarheit durch ein überarbeitetes Bundeswaldgesetz – doch das liegt derzeit auf Eis. Bis dahin bleibt das Seldwyla‑Drama des Schwarzwalds – zwischen Rast, Regulierung und Risiko – lebendig und streitbar.
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Quellen:
https://www.youtube.com/watch?v=cK4JIwZIvgU
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/faq-wer-haftet-im-wald-100.html

